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KFV Sportfreunde 09

Im gelben Trikot die Reservespieler des KFV Sportfreunde 09.

Im gelben Trikot die Reservespieler des KFV Sportfreunde 09.
Foto: Wilfried Strube

Der Verein KFV Sportfreunde 09 wurde im Juli 1909 im Stadtteil Weserspitze ins Leben gerufen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Willi Weigandt gewählt. Sportplatz war der Reitplatz der Train Kaserne. Der Spielbetrieb der Fußballmannschaften wurde auch durch den ersten Weltkrieg nicht unterbrochen. Die Spielstärke der Mannschaft war damals beachtlich. Bei der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wurde der Verein im Jahr 1933 verboten und das Vereinsvermögen beschlagnahmt.

 

Im Juni 1951 wurde der Wunsch ausgesprochen, einen eigenen Sportverein in den drei Siedlungen Forstfeld, Erlenfeld und Städt. Siedlung zu gründen. Nach mehreren Besprechungen nahmen ehemalige Mitglieder des Vereins, Konrad Port, Joseph Corthals, Willi Strube, Karl Lotze, die Arbeit auf. Dazu gesellten sich Hans Marschall, Günter Rosenblath, Johannes und Hugo Weidlich. Man stand vor der schweren Aufgabe, aus dem Nichts heraus einen Verein zu gründen.

 

Die Wirtin an eine Baracke gestützt
Bild der Wirtin  Foto: @Stadtteilzentrum Agathof e.V.

Am 8. Juli 1951 wurde zu einer Gründungsversammlung eingeladen, zu der 36 Personen erschienen. Der Versammlungsleiter Konrad Port stellte den Antrag, den Verein KFV Sportfreunde 09 zu benennen und damit die alte Tradition wieder aufleben zu lassen. Der damalige Vorstand setzte sich wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender Karl Tackenberg, Schriftführer Hans Marschall, Kassierer Günter Rosenblath, Spartenleiter Fußball Willi Strube, Jugendleitung Eckhardt/Karl Lotze. Vereinslokal wurde das Gasthaus Scharf in der Ochshäuser Straße, direkt neben dem Bahnübergang der Söhrebahn. Rechts die ehemalige Wirtin, Frau Scharf, des 1. Vereinslokals an der Ochshäuser Straße.

 

Am 15. Dezember 1951 veranstalteten die Sportfreunde 09 im "Theater des Ostens" erstmalig nach dem Krieg wieder eine Weihnachtsfeier. Ich selbst habe an dieser Veranstaltung als 10jähriger bei der Kinderbescherung teilgenommen und wurde dann um 22.00 Uhr von meinem Stiefvater abgeholt.

Im Spieljahr 1951/52 nahm der Verein außer Konkurrenz an dem Spielbetrieb in der B-Klasse mit einer 1. und 2. Mannschaft teil. Weiter wurden zwei Jugend- und zwei Schülermannschaften angemeldet. Durch meinen Onkel, Willi Strube, kam ich zum Fußball.

Es fehlte an allem. Wir hatten keine eigenen Fußballschuhe. Trikots in Schwarz und Blau gestreift waren pro Mannschaft nur jeweils 10 Stück, sowie 10 blaue Hosen und Stutzen vorhanden; plus eine komplette Kluft für den Torwart. Wir waren alle mit großem Eifer dabei und die Elf Jungen, die vom Jugendwart Karl Lotze in der Aufstellung waren, trugen das Trikot mit Stolz. Elf Paar Fußballschuhe waren für die Schülermannschaft vorhanden. Viele Fußballschuhe waren den Spielern zu groß. Es machte nichts, notfalls wurden ein Paar Ersatzstrümpfe vorn in die Schuhe gesteckt. Passt, sagte der Jugendleiter und auf ging es auf den Platz. Da es sich die ersten Jahre um Freundschaftsspiele handelte, konnten die Spieler öfters ausgewechselt werden.

Es machte uns auch nichts aus, dass wir zu den einzelnen Auswärtsspielen nach Nieder- oder Oberzwehren, Harleshausen, Spielverein 06, Kasseler SV oder Hermannia zu Fuß laufen mussten, denn Geld für öffentliche Verkehrsmittel hatten wir nicht und ein eigenes Auto hatte keiner unser Betreuer zu dieser Zeit. Später hatten wir uns aus Altteilen Fahrräder zusammengebaut und so konnten wir etwas bequemer die auswärtigen Plätze erreichen.

Zunächst musste auf fremden Plätzen gespielte werden. Mit viel Liebe und Mühe und der Unterstützung einiger Gönner des Vereins gelang es, aus der an der Ungewitterstraße (heute Stegerwaldstraße) zur Verfügung stehenden Wiese ein Sportplatzgelände zu schaffen, auf dem am 16. September 1951 zum ersten Mal ein Pflichtspiel absolviert wurde. Die gegnerische Mannschaft kam damals aus Uschlag.

Die Stegerwaldstraße hieß bis 1947 die "Ungewitter-Straße" nach Kurt Ungewitter. Ungewitter war ein Kriegsflieger, der im Ersten Weltkrieg sechs Luftsiege errungen hat. 1927 stürzte er im Alter von 36 Jahren als Einflieger bei der Firma Albatros ab.

Der eigens hergerichtete Sportplatz lag zwischen der Stegerwaldstraße und Lindenbergstraße, direkt am Wahlebach. Er verlief damals quer zur heutigen Ausrichtung, vom Wahlebach bis an die Gärten der Siedlungshäuser an der Radestraße. Nach einigen Jahren wurde die Lage verändert, weil der Ball öfters in die Gärten der angrenzenden Häuser fiel und dort Schaden anrichtete. Leider habe ich keine älteren Bilder der früheren Mannschaften. Das nachfolgende Bild wurde anlässlich des 50. Vereinsjubiläums gemacht.

C1 Schülermannschaft mit Jugendleiter und Betreuer
C1 Schülermannschaft mit Jugendleiter und Betreuer  Foto: Wilfried Strube

Die Fußball-C-1-Schüler des KFV Sportfreunde 09, die in der Saison 1959/60 nach einem 3:2-Sieg über den KSV Hessen auf den Waldauer Wiesen Stadtmeister wurden, mit: Hinten (v.l.n.r.): Jugendleiter Hermann Bückhart, Peter Arndt, Betreuer Hermann Assmann, Rainer Steinfort, Reinhard Söhnchen, Manfred Engelmann, Gerhard Wilhelm, Lothar Wenzel, Kurt Assmann, Waldemar Port, Betreuer Hans Gischel; Vorn (v.l.n.r.): Norbert Grau, Lothar Uhl und Peter Kirchberg

Der KSV Hessen blieb nicht untätig und sicherte sich die Dienste der Fußballer Peter Arndt (später Vater von Derek Arndt, Vertragsspieler von Eintracht Frankfurt) und Gerhard Wilhelm „Locke“ genannt für die B-Jugend. Peter Arndt, übrigens ein Cousin von mir, spielte lange Jahre beim VFL Kassel in der 1. Mannschaft. „Locke“ Gerhard Wilhelm kam nach Jahren der Wanderschaft, in den sechziger Jahren zur 1. Mannschaft der Sportfreunde 09 zurück und beendete dort seine Laufbahn.

A-Jugendmannschaft 1959
A-Jugendmannschaft 1959  Foto: Wilfried Strube

Die A-Jugendmannschaft im Jubiläumsjahr 1959. Hinten von links: Rolf Thiele, Horst Noll, Günter Theis, Wilfried Möller, Gerhard Schwerdel, Wilfried (Bubi) Strube, vorn von links: Manfred Lanatowitz, Hans-Peter Röhl, Peter Uhl, Wilfried Pfaff, Harald Kisselbach.
Der Sportbetrieb nahm einen guten Aufschwung. Nach dreimaligem Anlauf wurde endlich im Spieljahr 1953/54 die Meisterschaft in der B-Klasse errungen. Der Aufstieg in die A-Klasse war der Lohn. Im ersten Jahr in einer höheren Spielklasse standen die Sportfreunde nach Beendigung der Spielzeit punktgleich mit Helsa. Das Entscheidungsspiel in Niederkaufungen gegen Helsa ging 2:1 verloren und damit war der ersehnte Aufstieg in die Bezirksklasse vereitelt.Im Jahr 1956 stand die gleiche Mannschaft an erster Stelle mit sechs Punkten Vorsprung bei noch ausstehenden sechs Spielen in der A-Klasse Gruppe I Kassel. Das Ziel, die Erringung der Meisterschaft, war in greifbare Nähe gerückt.

 

 

1. Mannschaft 1956 mit 1. Vorsitzenden Neynhaber und Trainer Seithe
1. Mannschaft 1956 mit 1. Vorsitzenden Neynhaber und Trainer Seithe  Foto: Wilfried Strube

Die 1. Mannschaft in 1956 . Der Aufstieg in die II. Amateurliga als Meister der A-Klasse ist geschafft.

Von links nach rechts: 1.Vorsitzender Neynhaber, Ludwig, Johannes, Wenigmann, Danz, Hesse, Assmann, Arendt, Schönebach, Krug, Reinbold, Hetzler, Trainer Seithe.

Gruppenbild der Reservemannschaft in Obervorschütz
Die Reservemannschaft  Foto: Wilfried Strube

Die Reservemannschaft; Sieger beim Turnier in Obervorschütz

Hinten von links Rolf Thiele, Wilfried Strube, Karl-Heinz Metzger, Holger Trube, N-N-, Jochen „Locke“ Wilhelm, Gert Grau, Rolf Schüssler, vorn von links. Wolfgang Wenzel, Winfried Jagdmann, Hans Heeger, Günter Brunsch. Berthold Schüssler.

 

Die Handballer der Sportfreunde 09 im Jubiläumsjahr 1959
Die Handballer der Sportfreunde 09 im Jubiläumsjahr 1959  Foto: Wilfried Strube

In den Folgejahren war der Verein, der mittlerweile über eine Handballabteilung verfügte, ein fester Bestandteil im Bettenhäuser Sport. Die Handballer der Sportfreunde 09 im Jubiläumsjahr 1959.
Hinten von links, Theo Bauer, der Gründer der Handballabteilung, Günter Zuschlag, Stegmann, Helmut Keller, Balzk., Döring, Friedrich „Fritze“ Marquardt, Rattmann, Gunkel, Hierling, Jonny Fricke.

Im gelben Trikot die Reservespieler des KFV Sportfreunde 09.
Im gelben Trikot die Reservespieler des KFV Sportfreunde 09.  Foto: Wilfried Strube

Die Reservemannschaft des KFV Sportfreunde 09 während des 60jährigen Jubiläums, 1969, vor dem Spiel gegen TSV Besse.

Im gelben Trikot die Reservespieler des KFV Sportfreunde 09.

Hinten von links: Erwin Heidt, Norbert Bierey, Klaus Thiel, Heinz Heising, 5.ter von rechts: Torwart Horst Weiffenbach, Schäfer, Wilfried Strube. Vorn von links Winfried Jagdmann, vorn von rechts Achim N.N., Ullrich Knabe, Horst Schönewolf.:

Um höhere Ziele, besonders im Fußballbereich, zu erreichen, schloss sich am 1. Juli 1970 der Verein mit dem TSV Bettenhausen e.V. zum VfB Kassel e.V.  zusammen.

Der Zusammenschluss hat aber nur bis 1975 gehalten. Dann waren einige Sportfreunde der Meinung einen neuen Verein gründen zu müssen, den FSV Kassel.

Text und Fotos: Wilfried Strube

Editor: Joachim Schmidt, Dezember 2019

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Kurzbeschreibung

Der Verein KFV Sportfreunde 09 wurde im Juli 1909 im Stadtteil Weserspitze ins Leben gerufen. Zum 1. Vorsitzenden wurde Willi Weigandt gewählt. Sportplatz war der Reitplatz der Train Kaserne. Der Spielbetrieb der Fußballmannschaften wurde auch durch den ersten Weltkrieg nicht unterbrochen. Die Spielstärke der Mannschaft war damals beachtlich. Bei der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wurde der Verein im Jahr 1933 verboten und das Vereinsvermögen beschlagnahmt.

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