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Bettenhäuser Hochzeitsbräuche in den 50er Jahren

Anna-Magdalena Becker

Anna-Magdalena Becker
Foto: @Falk Urlen

Anna-Magdalena Becker, Jahrgang 1923, leitete im Stadtteilzentrum Agathof in den 90er Jahren eine Schreibwerkstatt. Hier trafen sich Männer und Frauen, die von ihren Hochzeiten und den dazugehörigen Bräuchen erzählten. Diese Geschichten wurden gemeinsam niedergeschrieben. Die Vorbemerkungen der Anna-Magdalena Becker werden hier wiedergegeben, die Schilderungen der einzelnen Erlebnisse der Teilnehmer können im Anhang nachgelesen werden.

Die Männer und Frauen, die sich im Stadtteilzentrum Agathof in der Geschichtswerkstatt regelmäßig treffen, haben den Zweiten Weltkrieg als Kinder oder junge Erwachsene erlebt und durchlitten. Sie, ihre Eltern oder auch Großeltern, haben hier gelebt oder sind zugezogen und haben hierher geheiratet. Alle verbindet die Liebe zu diesem Stadtteil und das Bestreben, aus Erinnerungen und Gesprächen miteinander die wechselvolle Geschichte von Bettenhausen wieder zu beleben.

Hochzeitszug
Hochzeitszug  Foto: @Stadtteilzentrum Agathof e. V.
Brautpaar Knoke
Brautpaar Knoke  Foto: @Stadtteilzentrum Agathof

Diese waren nach und nach aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt, die letzten nach 1955, als Konrad Adenauer in Moskau die Rückfüh­rung der letzten Gefangenen aus sowjetischen Lagern durchsetzte.

Wer bis dahin nicht heimgekehrt war, blieb für immer vermisst und wurde nach fünf Jahren für tot erklärt. Die heimgekehrten Männer versuchten, sich in das neue Leben einzuordnen, zu arbeiten und zu vergessen. Die meisten jedoch verstummten, konnten und wollten nicht über das Erlebte reden. Der Krieg war zu schrecklich, die Gefangen­schaft zu hart gewesen. Ihre Ehefrauen haben in dieser Zeit um das Überleben gekämpft. Sie haben Bombardierungen, Hunger, Vertreibung mit ihren kleinen Kindern durchgehalten und gehofft auf den Frieden. Als es dann soweit war, fanden nicht alle Ehepaare wieder zu einan­der. Die Männer schweigsam und zum Teil seelisch zerstört, die Trümmerfrauen hart und selbstbewusst.

Brautpaar Knoke
Brautpaar Knoke  Foto: @Stadtteilzentrum Agathof e. V.

Der Marshallplan und die Währungsreform von 1948 kündigte den wirtschaftlichen Aufschwung an. Der Wiederaufbau begann, es gab viel Arbeit, weil viel kaputt war.

Die inzwischen herangewachsenen Kriegskinder, junge Frauen und Männer wollten eigene Familien gründen. Sie verliebten sich und heira­teten.

Heute (ca. 2006), im Alter zwischen 70 und 80 Jahren, erinnern sie sich gerne an ihre Jugendzeit in Bettenhausen, an Verlobung, Heirat und Hochzeitsbräuche.

Editor: Falk Urlen, 2015

Kurzbeschreibung

Anna-Magdalena Becker, Jahrgang 1923, leitete im Stadtteilzentrum Agathof in den 90er Jahren eine Schreibwerkstatt. Hier trafen sich Männer und Frauen, die von ihren Hochzeiten und den dazugehörigen Bräuchen erzählten. Diese Geschichten wurden gemeinsam niedergeschrieben.

Die Vorbemerkungen der Anna-Magdalena Becker werden hier wiedergegeben, die Schilderungen der einzelnen Erlebnisse der Teilnehmer können im Anhang nachgelesen werden.

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