Hessen
Skip to Content

Spielpark Togoplatz - leider nur ein Traum

Plan des geplanten Spielplatzes auf dem Togoplatz

Plan des geplanten Spielplatzes auf dem Togoplatz
Foto: @Stadtteilzentrum Agathof e. V.

Viel Arbeit hatten sowohl der Ortsbeirat als auch das Stadtgartenamt 1986 in die  Vorbereitung eines vorbildhaften Naherholungsgebietes in Forstfeld gesteckt, viele Ortsbegehungen, Planerstellungen, bis ein "lobenswertes" Gesamtkonzept entstand. Eine Allee wurde gebaut, Spielzeuge angeschaft, bis plötzlich die Arbeiten eingestellt wurden. Wir hörten, dass die Spielgeräte bereits in anderen Stadtteilen montiert worden wären, weiter lange nichts. Der Grund lag wohl darin, dass mittlerweile die Stadt Kassel eine neue Stadtbaurätin ernannt hatte. Wir hörten, trotz vieler Nachfragen, nie wieder etwas von unserem Projekt.

In der Kasseler Bezirkszeitung "Für Sie" stand der folgende Artikel:

"Naherholungsgebiet direkt vor der Haustür der Forstfelder Bürger"

Jetzt also, wo auch der Magistrat Grünes Licht- gegeben hat, braucht der Leiter des städtische Gartenamtes, Hans-Jürgen Taurit, mit seinen Detail-Plänen nicht mehr hinter dem Berg zu halten. Und die hören sich verlockend an: Mindestens 150 neue Bäume - einige davon im Rahmen der Beuys-Aktion „7000 Eichen“  sollen gepflanzt werden; eine große Promenade mit Bänken und Liegewiesen, eigene Spielbereiche für Mütter mit kleinen Kindern und Erwachsene, ein großer Sandkastenbereich zum Bauen und Matschen könnten entstehen.

Der „Clou“, den die Pläne vorsehen, ist jedoch: Das Anlegen einer Rollerbahn, die im Winter in eine Eislaufbahn verwandelt werden könnte, wäre auf dem jetzigen Parkplatz der Kindertagesstätte möglich.

Diese vielversprechende Planung soll sich, wie Taurit deutlich machte, natürlich nicht nur auf den Togoplatz selber beschränken, sondern auch die angrenzenden Wiesen- und Spielflächen vor den Wohnbauten der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft (GWG) der Stadt Kassel, dem Haus Forstbachweg und der Kindertagesstätte sollen in das - Gesamtkonzept „Spielpark" mit einbezogen werden - insgesamt ein großes Areal also, das, wenn entprechend der vorgelegten Pläne realisiert, als Naherholungsgebiet direkt vor der Haustür der Forstfelder Bürger entsteht.

Begeistert von dem dargelegten Konzept zeigte sich der Forstfelder Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung. Schon vor wenigen Monaten, als Taurit die noch nicht ausgereifte Erstplanung vorgelegt und Spielpark- Zukunftsvisionen erläutert hatte, ernteten diese großes Lob. Und genauso viel Zustimmung spendeten die Stadtteilparlamentarier auch für die jetzt weiter ausgearbeiteten Pläne. Ortsvorsteher Falk Urlen unterstrich sichtlich angetan: „Das ist ein interessantes Objekt für alle unsere Bürger, während Taurit vor allem eins hervorhob: Die jetzt vorhandenen, voneinander teilweise durch Zäune und Barrieren getrennten Spiel-und Rasenflächen würden von niemandem richtig genutzt. Dabei biete es sich an, aus allem zusammen ein einziges Erholungs-Areal zu schaffen mit dem Vorteil, daß dabei nicht allzuviel umgekrempelt werden müsse nach dem Motto „Machen wir aus dem, was schon da ist, das sinnvollste“. Als einzige größere Veränderung sei folgendes vorgesehen: Der Bolzplatz direkt vor den Balkonen der GWG-Häuser solle - auch aus Lärmgründen sinnvoll - dort weg und auf die Wiese vor dem Jugendhaus Forstbachweg verlegt werden. Vor den GWG-Häusern könne dafür ein Erwachsenen Spielbereich angelegt werden mit „einem Freiluft-Schachbrett und anderen Freizeitspielen“, regte Taurit an.

In die konkrete Bauphase kann's für den „Spielpark Togoplatz“ schon bald gehen. Seine gesamten 1986er und 1987er Haushaltsmittel, jeweils 13900 Mark, will der Ortsbeirat in das Projekt stecken. Noch in diesem Herbst sollen die Vorbereitungen für die Begrünung des Togoplatz-Bereiches vor der Grundschule  nach einstimmigen Votum des Stadtteilparlamentes in die Wege geleitet, im kommenden Frühjahr kann dann gepflanzt werden. Was hieße, daß die jetzt vorhandenen Bäume durch eine weitere Baumreihe ergänzt werden und so die große Promenade entstehen soll. Dies wäre dann „Schritt Nummer eins“ der Gesamt-Umgestaltung.

Wünschenswert wäre es nach Meinung des Gartenamtsleiters, eine zweijährige Arbeitsbeschaffungs-Maßnahme bewilligt zu bekommen, worum er sich bemühen wolle. Die auf dieser Basis eingestellte Person könne sich das ganze kommende Jahr über mit allen Beteiligten - Jugendliche im Haus Forstbachweg, Anwohner der GWG-Häuser, Kinder in der Kindertagesstätte etc. - auseinandersetzten, deren Wünsche für Detail-Planungen ergründen und in das Konzept mit einbeziehen.

Allerdings: Einige Punkte sind noch zu klären. So, in welchem Maße die GWG bei der Erstellung des Erwachsenen Spielbereiches vor den Häusern ihrer Wohnanlage zur Finanzierung beiträgt. Ihre positive Be­reitschaft, beim Spielpark mitzuziehen, habe die Gesellschaft jedoch bereits signalisiert, so die Auskunft Taurits.

Rundgang des Ortsbeirats Forstfeld mit Stadträtin Thalgott
Rundgang des Ortsbeirats Forstfeld mit Stadträtin Thalgott  Foto: Falk Urlen

Die Stadtbaurätin Christine Thalgott, die unsere Bemühungen missachtet hatte, wurde später in München Stadtbaurätin und arbeitete dort mit großem Erfolg, erhielt viele Ehrungen und wurde Professorin. Bei einem Rundgang im November 1987 zusammen mit den Ortbeiratsmitgliedern, äußerte sie sich zum geplanten Spielpark nicht.

Unser Togoplatz aber sieht immer noch so aus, wie er vor unseren Beschlüssen war, mit Ausnahme der von einer Übungsfirma angelegten Promenade und den Beuys-Bäumen, die prächtig gediehen sind.

Die
Die "Allee", im hinteren Teil Beuys-Bäume, rechts Boule-Platz  Foto: Falk Urlen
Alte Söhrebahntrasse hinter dem Haus Forstbachweg, heute Wanderweg
Alte Söhrebahntrasse hinter dem Haus Forstbachweg, heute Wanderweg  Foto: Falk Urlen
Reste des Spielplatzes im Jahr 2016
Reste des Spielplatzes im Jahr 2016  Foto: Falk Urlen

Autor, Bilder und Redaktion: Falk Urlen (2016)

Kurzbeschreibung

Viel Arbeit hatten sowohl der Ortsbeirat als auch das Stadtgartenamt 1986 in die  Vorbereitung eines vorbildhaften Naherholungsgebietes in Forstfeld gesteckt, viele Ortsbegehungen, Planerstellungen, bis ein "lobenswertes" Gesamtkonzept entstand. Eine Allee wurde gebaut, Spielzeuge angeschaft ... bis plötzlich die Arbeiten eingestellt wurden. Wir hörten, dass die Spielgeräte bereits in anderen Stadtteilen montiert worden wären, weiter lange nichts. Der Grund lag wohl darin, dass mittlerweile die Stadt Kassel eine neue Stadtbaurätin ernannt hatte. Wir hörten, trotz vieler Nachfragen, nie wieder etwas von unserem Projekt.

© Copyright 2018-2019 - Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
Back to top