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Forstbachweg unter Denkmalschutz?

Pflaster Forstbachweg

Foto: Sittig

Der Forstbachweg sollte vor dem Bau der A49 eigentlich die Ost-West-Tangente und autobahnähnlich ausgebaut werden. Um das abzuwenden, forderten einige Forstfelder Politiker (zum Schein), das "tolle" Pflaster unter Denkmalschutz zu stellen. Viele glaubten noch lange, dass dieses Pflaster unter Denkmalschutz stünde und machten den Politikern deswegen immer wieder Vorwürfe.

Immer wieder machte man mir den Vorwurf, dass ich in den 70er Jahren den Forstbachweg unter Denkmalschutz stellen wollte. Als nun endlich die Frage aufgeworfen wurde, ob man das Pflaster ersetzen könnte, stand sofort wieder das Denkmalschutzgerücht im Raum.  

Noch Anfang der 70er Jahre sollte der Forstbachweg die Funktion der erst in den 80er Jahren gebauten Südtangente übernehmen. Geplant war ein 4-spuriger Ausbau. Die Stadt hatte bereits die entsprechenden Planungen fertig, die auch dem Verwaltungsausschuss vorgelegt wurden, Grundstücke wurden bereits angekauft, später konnten Anlieger diese dann (erheblich teurer) wieder zurückkaufen. Die Straße sollte in ca. 1 m Abstand an den Siedlerhäusern vorbeiführen.  Die Stadtplaner rechneten damals damit, dass die Einwohnerzahl Kassels auf über 300000 steigen würde.

Diesen Ausbau wollten wir Forstfelder in jedem Fall verhindern und so schrieb ich einen Artikel mit obiger Überschrift, aber mit einem Fragezeichen hinter Denkmalschutz. Wir wollten unter allen Umständen vermeiden, dass Forstfeld durch eine Schnellstraße gespalten worden wäre. Aber wenn ich ehrlich bin, hätte uns so etwas im Ernstfall auch nicht geholfen, wäre nicht in Verbindung mit der Bundesgartenschau wegen des anfallenden Baggerkieses die Südtangente gebaut worden.

Dennoch war der Forstbachweg immer noch Ost-West-Tangente für Ostblock-Lkw, weil die Autobahnauffahrt in Kaufungen-Papierfabrik noch nicht geschaffen worden war. Diesen Durchgangsverkehr wollte der Ortsbeirat verhindern. Auf der dazu einberufenen Ortsbeiratssitzung war der Verband der Spediteure erschienen und argumentierte aus Kostengründen intensiv gegen eine Sperrung. Sie hatten aber nicht mit unserem Fuhrunternehmer Klose gerechnet, der selber Anlieger des Forstbachweges war. Er erklärte, welche Schäden durch das Pflaster an den Fahrzeugen entstehen konnte und wischte damit das Kostenargument für einen längeren Umweg vom Tisch. Der Forstbachweg wurde für LKW über 7,5 t gesperrt. Später wurde dann das Pflaster nach Kanalbauarbeiten durch eine Teerdecke ersetzt. Jetzt konnten die Anwohner wieder ruhig schlafen, wenngleich die Straßenanliegerbeiträge nicht gering waren.

Falk Urlen

Im Anhang können Sie den Originalartikel aus der Forstfelder Ortsteilzeitung nachlesen!

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Kurzbeschreibung

Der Forstbachweg sollte vor dem Bau der A49 eigentlich die Ost-West-Tangente und autobahnähnlich ausgebaut werden. Um das abzuwenden, forderten einige Forstfelder Politiker (zum Schein), das "tolle" Pflaster unter Denkmalschuitz zu stellen. Viele glaubten aber noch lange, dass dieses Pflaster unter Denkmalschutz stünde und machten den Politikern deswegen Vorwürfe.

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