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Die Jokaris - Musikanten aus Bettenhausen

Der Künstlername Jokaris setzt sich aus den Vornamen Jochen und Karin zusammen. Jochen Barthel und Karin Hartwig heirateten am 18.06.1965 und wie damals üblich, war der Name des Mannes der künftige Familienname. Aber wie es dazu kam, erzählt eine lebhafte Karin Barthel und berichtet aus der Vergangenheit.

Karin Hartwig wuchs bis zum zehnten Lebensjahr in Erfurt/Thüringen auf. Karins Vater war ein gebürtiger Kasseler. Als seine Mutter in Kassel im Sterben lag, beantragte er die Reise nach kassel. Diesem Antrag entsprachen die DDR-Behörden, wollten aber Karins Mutter und Karin selber nicht reisen lassen. Nach einiger Verzögerung konnten die zwei dem Vater per Bahnreise in den Westen folgen.
Die Familie ließ sich in Kassel nieder und Karin besuchte die Schule am Wall, später die Handelsschule und machte anschließend eine dreijährige Lehre beim Bärenreiterverlag zur Industriekauffrau.
Jochen besuchte die Losseschule in Bettenhausen bis zum vierzehnten Lebensjahr. Sein Elternhaus war die Gaststätte "Zur Römerhalle" in Bettenhausen. Er absolvierte eine Lehre zum Glasinstrumentenbauer. Mit dem Aufkommen des Kunststoffes schulte er zum Werkzeugmacher um. Als Meister wechselte er als Verwaltungsangestellter zum Arbeitgeber Stadt Kassel.
Karin trat im Jahr 1964 in Hamburg in der Fernsehsendung von Peter Frankenfeld "Toi, toi, toi, dem Ungekannten eine Chance" auf. Diese Sendung sah der damalige 1. Vorsitzende des Schützenvereins von Bettenhausen, Heinz Frisch und machte dem Vereinsmitglied Jochen Barthel den Vorschlag, Karin Hartwig zur Königsfeier des Schützenvereins einzuladen. Karin sollte den Schlager nach der Melodie "Ich will `nen Cowboy als Mann" von Gitte Henning mit dem veränderten Text "Ich will `nen Schützen als Mann" vortragen. Karin kam zur Königsfeier und so lernten sich Jochen und Karin kennen und lieben.
Jochen war damals schon ein bekannter Solosänger. Die Mutter von Karin schlug den beiden vor, ein Duett zu singen. Der erste gemeinsame Schlager war: " Geh`n sie aus vom Stadtpark die Laternen", ursprünglich gesungen von Gitte und Rex Gildo.
Am 18.06.1965 heiratete das Paar und am 18.11.1966 wurde der Sohn Jörg geboren.

Jokaris Plattenhülle
Jokaris Plattenhülle  Foto: Jokaris, Kassel

Das strahlend schöne Paar war herzlich gern gesehen auf Karnevalsveranstaltungen, Kreuzfahrtschiffen, in Italien/Riccione und ganz Deutschland. Viele prominente Mitstreiter wie Elmar Gunsch - der mit der tiefen Stimme - Tina York, Lena Valeitis, Bata Illic, Roberto Blanco, Drafi Deutscher, Michael Holm und viele andere lernten die Jokaris kennen.

Jokaris in Japan 1990
Jokaris in Japan 1990  Foto: Jokaris, Kassel

Ein Höhepunkt waren ihre Auftritte im "Glückskönigreich". Auf der japanischen Insel Hokkaido in dem Ort Obihiro waren Teile der Deutschen Märchenstrasse und der Romantischen Straße originalgetreu nachgebaut. Der Japaner Atsuo Nishi lud die beiden ein, die Einweihungsfeierlichkeiten mit zugestalten. In ihrer Single "Wir sind aus Kassel" rührten sie kräftig die Werbetrommel für ihre Heimatstadt.
Zwischen den Azoren und dem Nordkap, zwischen Israel, Ägypten, Rußland und Kanada waren sie mit Sang und Klang unterwegs.
1972 wurde das Haus der Jokaris im Umbachsweg 46a im Eichwald gebaut. Seit dieser Zeit wohnen sie dort.
1991 überließ das "Trio Alpenschreck" den Schlager "Heimat" den Jokaris zur Veröffentlichung, dazu kam es aber nicht. Das Lied "Heimat" ist u.a. in diesem Beitrag als Audio zu hören.

Jochen und Karin mit Schifferklavier
Foto: Jakaris, Kassel

Im Jahr 2004 beendeten die Jokaris ihre erlebnisreiche Karriere aus gesundheitlichen Gründen.
Jochen und Karin Barthel sind glücklich und zufrieden über ein ausgefülltes Familienleben mit drei erwachsenen Enkelkindern und zwei Urenkeln.
Jochen Barthel ist immer noch aktiver Schütze. Ab dem 72ten Lebensjahr ist ihm das Sitzen beim Schießen gestattet. Er hat den Ehrenbrief des Landes Hessen, die Ehrennadel der Stadt Kassel, Ehrennadel in Gold für 50 Jahre Mitgliedschaft im Deutschen Schützenbund, Ehrenmedaille in Gold der Gemeinde Niestetal und ist Gründungsmitglied des Carnevalclubs Blau-Weiß.

Jochen Barthel starb am 5. August 2018. Seine Urne wurde am 28.08.2018 auf dem Bettenhäuser Friedhof beigesetzt.

Text: Elke Resch nach einem Interview mit Karin und Jochen Barthel.

Fotos: Jokaris; Kassel

Editor: Elke Resch, 2013

Kurzbeschreibung

Der Künstlername Jokaris setzt sich aus den Vornamen Jochen und Karin zusammen. Jochen Barthel und Karin Hartwig heirateten am 18.06.1965 und wie damals üblich, war der Name des Mannes der künftige Familienname. Aber wie es dazu kam, erzählt eine lebhafte Karin Barthel und berichtet aus der Vergangenheit.

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