Hessen
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Die Firma Pilzegrimm

Fussgänger vor dem Geschäft Leipziger Straße 153, Winter in 1950

Leipziger Straße 153 in 1950
Foto: Helmut Schagrün, Niestetal

Handel mit Seilerwaren, Bürsten und Bese: Chronik des ehemaligen Seilergeschäftes in der Leipziger Strasse. Der Besitzer zeichnete sich durch seine besonderen Pilzfachkenntnisse aus.

Im Jahre 1919 gründete der Kaufmann Max Grimm eine Großhandlung für Seilerwaren. Die Geschäftsräume befanden sich in der Ysenburgstraße 33. Nach dessen frühen Tod mit nur 50 Jahren im Jahre 1920 übernahmen seine beiden Söhne Erich und Curt die Firma. Es wurden Räume in der Mönchebergstraße 19a angemietet. Die Gebrüder Grimm führten das Geschäft bis zum Jahre 1935. In diesem Jahr heiratete Curt und führte das Geschäft mit seiner Ehefrau Anna weiter. Erich schied aus.

Der Neubeginn der Firma fand in der Wolfschlucht 13 statt. In den 30er Jahren wurde der Name „Pilzegrimm“ populär. Er bezog sich auf die gleichzeitig durchgeführte Pilzberatung; die Pilzberatungsstelle Kassel. 1939 wurde Sohn Knut-Reiner geboren. Während des 2.Weltkriegs ruhte die Firma, da „Pilzegrimm“ vom 1. bis zum letzten Tag am Krieg teilnahm. Bei dem Bombenangriff am 22.10.1943 ging alles verloren.

Nach dem Krieg fand schon im Jahre 1945 ein Neuanfang statt. Es wurden Geschäfts- und Wohnräume in der Sandershäuser Straße 79/81 (Schüle Hohenlohe) angemietet. Gehandelt wurde mit allem, was in dieser schlechten Zeit greifbar war. Zum Geschäftsinventar gehörte ein Opel-Blitz mit Holzvergaser.

Nach der Währungsreform 1948 wurde dann der Laden mit Lager in der Leipziger Straße 153 eröffnet. Das Sortiment umfasste jetzt außer den Seilerwaren auch Bürsten und Besen und die branchenüblichen Artikel. Aber auch die Lederhose wurde in Kassel als Volkskleidungsstück, vor allem für Kinder, eingeführt. Dank einer geschickten Reklamekampagne brachte sie Popularität und gute Umsätze.

Nach dem frühen Tod des „Pilzegrimm’s“ im Jahre 1957 wurde danach die Firma von Mutter Anna und Sohn Knut-Reiner weitergeführt. 1966 erfolgte der Umzug in die Miramstraße 24. Das Ladengeschäft wurde aufgegeben und in einen Großhandel umgewandelt. Nach der Heirat von Knut-Reiner im Jahre 1968 trat auch dessen Ehefrau Doris als Gesellschafterin in die Firma ein.

Der Firmenhof in der Miramstraße 24 geschmückt anläßlich der 850-Jahrfeier von Bettenhausen 1976
Der Firmenhof in der Miramstraße 24 geschmückt anläßlich der 850-Jahrfeier von Bettenhausen 1976  Foto: Helmut Schagrün, Niestetal

Durch immer mehr Geschäftsaufgaben wichtiger Kunden wurde im Jahre 1984 nach 75 Jahren der Handel eingestellt und die Firma aufgelöst.
Das obere Foto zeigt auf der rechten Seite das Ladengeschäft "Pilzegrimm" in der Leipziger Straße 153 Anfang der 1950er Jahre.

Text: Knut-Reiner Grimm, Kassel, Leipziger Strasse 161

Editor: Bernd Schaeffer, 2009

Fotos: Archiv Bettenhäuser Geschichtskreis

Kurzbeschreibung

Handel mit Seilerwaren, Bürsten und Bese: Chronik des ehemaligen Seilergeschäftes in der Leipziger Strasse. Der Besitzer zeichnete sich durch seine besonderen Pilzfachkenntnisse aus.

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