Hessen
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Dialog der Religionen in Forstfeld

Imam Göklü und Pfarrer Zelewski

Imam Göklü und Pfarrer Zelewski
Foto: @Falk Urlen

Hans-Peter Pütz in der Ausgabe 2/2006 der NaturFreunde-Schrift "Wegweiser"

Neue Wege geht man im Kasseler Stadtteil Forstfeld, was das Zusammenleben von Religionsgemeinschaften angeht. Da war zuerst eine Idee von Falk Urlen, dem Ortsvorsteher dieses Stadtteils im Osten von Kassel. Dieser Stadtteil enthält, wenn man so will, seit eh und je soziale Brennpunkte. Auf der einen Seite schmucke Einfamilienhäuser, die hier in vier Siedlergemeinschaften eingebunden sind, auf der anderen Seite städtische Wohngemeinschaften mit ihren Bewohnern, die meisten (ehemalige) Industriearbeiter aus dem Kasseler Osten. Ihre Quartiere sind in den letzten Jahren qualitativ verbessert- und durch den Wohnkomplex Heinrich-Steul-Straße erweitert worden. Hier sind viele unserer ausländischen Mitbürger zu Hause. Zurück zur Idee, der erwähnte Ortsvorsteher hat sich in den Jahren seiner Tätigkeit in dieser Ebene als Fachmann in Sachen Kultur engagiert. Sein Plan war, die verschiedenen Kultur- und Glaubensgemeinschaften in diesem Teil unserer Stadt an einen Tisch zu bringen und die Angst vor dem jeweils „Anderen“ abzubauen; denn Angst entsteht häufig dadurch, dass wir den anderen nicht kennen. Dem galt es entgegen zu wirken, und einen „Dialog der Religionen“ bzw. „Dinier arasi Dialog" ins Leben zu rufen. Die Vertreter der Christlichen Glaubensgemeinschaften und die Muslime waren von Anfang an begeistert vom Projekt. Umgesetzt wurde es am 22. Februar 2006 im Rahmen einer ersten gemeinsamen Veranstaltung in der Turnhalle der Schule am Lindenberg. Zunächst stellte sich die evangelische Gemeinde, vertreten durch die Pfarrerin Eva Kilian vor. Es folgte Pater Lucjan Zelewski von der Katholischen St. Andreas Gemeinde und schließlich von der Harci-Bayram Moschee der Imam Kadir Göklü. Bei einer anschließenden Lesung aus der Bibel, bei welcher sich zunächst Pfarrerin Kilian und Pater Zelewski abwechselten, zeigten sie, dass zum Beispiel Abraham, als glaubensfest in der Heiligen Schrift bezeichnet wird. Auch der Imam verlas die Geschichte von „Ibrahim“ wie Abraham bei den Muslimen heißt, aus dem Koran. Sie stellten im weiteren Verlauf des Abends jeweils ihre Gemeinde und die Ziele der Gemeindearbeit vor. Auch hierbei ergaben sich Gemeinsamkeiten vor allen Dingen im sozialen Bereich. Die Unterschiede der Religionen in Formen, Bedeutung und Tradition muss man eben lernen anzuerkennen und zu respektieren, so die Meinung von Herbert Lucan, Sozial-Pfarrer der Evangelischen Kirche. Ein gemeinsam gesungenes Lied ließ den Abend ausklingen und die Besucher der gut besuchten Veranstaltung - ca. 180 Personen - mit der Erfahrung gegen die Angst, die gerade in der Zeit von gewalttätigen Protesten und Vergeltungsaktionen zwischen den verschiedenen Glaubensgemeinschaften nützlich ist, in sich aufzunehmen und vielleicht auch weiter zu geben. Beitrag von Hans-Peter Pütz in der Ausgabe 2/2006 der Zeitschrift „Wegweiser“ des Bezirksverbandes Kassel der NaturFreunde

V.l.n.r.: Pfarrer Zelewski, Pfarrerin Kilian, Imam Göklü, Pfarrer Lucan und Diakon Reuting
V.l.n.r.: Pfarrer Zelewski, Pfarrerin Kilian, Imam Göklü, Pfarrer Lucan und Diakon Reuting  Foto: @Falk Urlen
Einladung zum
Einladung zum "Dialog der Religionen"  Foto: @Falk Urlen

Kurzbeschreibung

Neue Wege im Dialog der Religionen

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