Logo von Erinnerungen im Netz

Der Kasseler Heinkel – Club

Werbung, Auf grosser Fahrt mit dem Heinkel Tourist, Roller und Roller mit Beiwagenin den Bergen

Auf grosser Fahrt mit dem Heinkel-Tourist
Foto: ZÜNDAPP shop.de

„So einen hatte ich früher auch einmal“ hört man des öfteren, wenn ein Heinkel – Tourist im heutigen Straßenverkehr oder auf Oldtimer – Treffen auftaucht. Mit 9,2 oder 9,5 PS, je nach Typ bis 175 cm³ – Hubraum, ein Viertakter. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von annähernd 100 Stundenkilometern waren die Heinkel – Fahrer mit ihren Motorrollern unterwegs. Es waren auch schon damals technikbegeisterte Fahrer, die oftmals einen Heinkel – Tourist älteren Baujahrs fuhren und in der Sitzbank mit Werkzeug für alle Fälle ausgestattet waren. Nostalgie - Fans bezeichneten ihren Heinkel – Tourist als Mercedes unter den Motorrollern. Auf jeden Fall ein Freund fürs Leben hatte man gedacht. Aber der Fortschritt nahm seinen Lauf, bei Anschaffung eines Autos wurde der Motorroller in Zahlung gegeben, weil Geld noch Mangelware war.

Anfang der 60er Jahre hatten sich in Kassel mehrere Fahrer von Heinkel – Tourist - Motorrollern zum „Heinkel – Club Kassel“ zusammen geschlossen. Zu den ersten Mitgliedern gehörten, Günter Schnell, Friedhelm Kersten, Hans – Peter Wagner, Wilfried Wagner, Theo Heuer, und Peter Noll. Später kamen Wilfried Strube, Günter Wagner, Vater und Sohn Boynsen, und Hans und Herbert, deren Nachnamen mir heute nicht mehr geläufig sind, hinzu. Wir Mitglieder haben viele gemeinsame Camping – Wochenenden auf dem alten Campingplatz in Bad Zwesten, am Edersee, in Göttingen, in Hildesheim und Wuppertal verbracht. Bei den Treffen wurden immer Geschicklichkeitsprüfung und Orientierungsfahrten veranstaltet. Die Fahrer des damaligen Heinkel – Clubs nahmen auch öfters an Orientierungsfahrten des Kurhessischen Motorklubs teil.

Heinkel_Orientierungsfahrt_1963Goettingen-web.JPG

Göttingen 1963: Von links die Kasseler Fahrer Wilfried Strube, Hans, Theo Heuer und Sieglinde Wagner. Vor dem Start zur Orientierungsfahrt.

Urkunde_Heinkel_1963-.web.JPG

Die Mannschaft Friedhelm Kersten, Wilfried Strube und Walter Krainer mit dem 1. Platz. bei der Orientierungsfahrt in Göttingen.

Heinkelclub_in_Zwesten-web.JPG

Wochenend-Zeltlager 1964 auf dem Campingplatz in Bad Zwesten, rechts der Motorroller von Mitglied Wilfried Strube mit Zelt, in der Mitte das Zelt und der Motorroller von Hans-Peter Wagner, links das Heck des Motorrollers von Theo Heuer.

Wilfried_Strube___Freunde-web.jpg

Rast bei Seesen auf dem Weg zum Heinkeltreffen in Hildesheim, vorn Theo Heuer, Wilfried Strube bei der Lagebesprechung, im Hintergrund Sieglinde und Hans-Peter Wagner.

Bei Camping – Urlaubsreisen wurde das Federbein eines Heinkel – Kabinenrollers eingebaut, damit der Motorroller zwei Personen und das volle Campinggepäck tragen konnte. Die Bestückung mit Gepäck sah dann so aus:

  1. vorderer Gepäckträger - ein komplettes Hauszelt mit Gestänge
  2. rechts und links unter der Sitzbank zwei Packtaschen
  3. hinterer Gepäckträger - 1 Campingtisch, 2 Campingstühle, 1 Koffer 1 Box mit Koch- und Camping-Geschirr
  4. Auf der Sitzbank saßen zusätzlich noch 2 Personen.

Trotzdem hat uns mein Heinkel – Tourist nie in Stich gelassen und ist immer gelaufen wie ein Uhrwerk. Ein toller Motorroller der auch heute als „Oldtimer“ noch erhältlich und begehrt ist.

Heinkel_-_Friedhelm-web.JPG

Der Heinkel – Tourist, aufgenommen beim Herkulesbergring 2017 in Kassel. Ein Oldtimer im Zustand von 1964 .

Technische Daten: Heinkel-Tourist

Hersteller

Ernst Heinkel AG, Stuttgart

Verkaufsbezeichnung

101 A0 / 102 A1 / 103 A0 / 103 A1 / 103 A2

Produktionszeitraum

1953 bis 1965

Klasse

Motorroller

Motordaten

1-Zylinder 4-Takt

 
  • 149 cm³ mit 5,3 kW, 85 km/h

  • 174 cm³ mit 6,8–7,0 kW, 95 km/h

 

 

Heinkel_Tourist_Verkaufsstand_2018_Kassel-Calden-web.JPG

Ausstellung von Heinkel-Tourist Oldtimer am Verkaufsstand in Kassel Calden 2018

Eine Meldung die die Beliebtheit des Rollers widerspiegelt; Anlässlich der Heirat des ehemaligen OB von Kassel, Bertram Hilgen, mit Margit Berghof-Becker im Jahr 2015, kaufte er einen Oldtimer, genauer gesagt einen Heinkel-Roller aus Hilgens Geburtsjahr 1954.

Leider musste ich meinen „Heinkel“ beim Kauf meines ersten Autos, einem Fiat 600, mot 770, bei der Firma Lund in Grebenstein in Zahlung geben, weil sonst das Geld für einen Barankauf nicht gereicht hätte und mein erstes Auto wollte ich nicht mit einem Kredit erwerben.

Autor: Wilfried Strube, 2019

Editor: Erhard Schaeffer, Januar 2021

Quellen:

  • Wikipedia Heinkel
  • HNA 4.11.2015
  • Fotos Sammlung W. Strube, Kassel

 

Wo spielt dieser Beitrag?

Kurzbeschreibung

„So einen hatte ich früher auch einmal“ hört man des öfteren, wenn ein Heinkel – Tourist im heutigen Straßenverkehr oder auf Oldtimer – Treffen auftaucht. Mit 9,2 oder 9,5 PS, je nach Typ bis 175 cm³ – Hubraum, ein Viertakter. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von annähernd 100 Stundenkilometern waren die Heinkel – Fahrer mit ihren Motorrollern unterwegs. Es waren auch schon damals technikbegeisterte Fahrer, die oftmals einen Heinkel – Tourist älteren Baujahrs fuhren und in der Sitzbank mit Werkzeug für alle Fälle ausgestattet waren. Nostalgie - Fans bezeichneten ihren Heinkel – Tourist als Mercedes unter den Motorrollern. Auf jeden Fall ein Freund fürs Leben hatte man gedacht. Aber der Fortschritt nahm seinen Lauf, bei Anschaffung eines Autos wurde der Motorroller in Zahlung gegeben, weil Geld noch Mangelware war.

© Copyright 2018-2021 - Hessisches Ministerium für Soziales und Integration