Hessen
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Fieseler V1 aus Bettenhausen

Marschflugkörper V1

Foto: @Stadtteilzentrum Agathof e.V.

Heinrich Peter, ein ehemaliger Mitarbeiter der Gerhard-Fieseler-Werke, erzählt über die Entwicklung der sog. V1, von den Schwierigkeiten bei den Probeflügen und warum die Amerikaner dieses pilotenlose Flugzeug sehr schnell kannten.

V1 im Museum des Versuchsgeländes in Peenemünde
V1 im Museum des Versuchsgeländes in Peenemünde  Foto: @Stadtteilzentrum Agathof e.V.

Der pilotenlose Flugkörper der Fi 103, so der offizielle Name der V1 (Vergeltungswaffe 1 nach der NS-Propaganda), eigentlich als Flakzielgerät entworfen, wurde durch den Flugzeugkonstrukteur Robert Lasser 1942 in den Fieseler-Werken im Werk 1 an der Lilienthalstr. in Kassel entwickelt. Der Flugkörper hatte einen flugzeugähnlichen Aufbau und konnte eine Geschwindigkeit von über 645 km/h erreichen. Im Prinzip war sie eine größtenteils aus Holz gebaute pilotenlos fliegende ungelenkte Bombe. Die Ursprünge gehen bis in die 30-er Jahre zurück, es handelte sich um ein petroleumbetriebenes  Staustrahltriebwerk (Pulso-Schubrohr der Firma Argus). In den Jahren 1942/1943 wurde der ca. 8 m lange Flugkörper auf dem Versuchsgelände der Luftwaffe in Peenemünde-West erfolgreich erprobt. Der Start erfolgte über eine Katapulteinrichtung (sogenannter Schleuderstart – darum auch „Kirschkern“ genannt), er konnte aber auch von einem Trägerflugzeug aus erfolgen. Das Abschussgewicht lag bei etwa 2200 kg, davon wog der Gefechtskopf ca. 800 kg, die Flughöhe betrug 300 bis 2000 m, die Herstellungskosten betrugen zwischen 1500 und 10000 RM, 280 Arbeitsstunden wurden zur Herstellung benötigt. Die Reichweite betrug zuerst 300 km, später 400 km; geplant war eine Reichweite von 500 km.

Wie Heinrich Peter erzählt, wurde sie in einer Halle an der Grenze zur damaligen Spinnfaser entwickelt, ca. 500 Exemplare wurden unter großer Geheimhaltung in Rothwesten gebaut, der Rest im Lager Dora in Nordhausen.

Gebaut wurden knapp 30000 Maschinen, davon trafen ca. 2400 London und (1945) 2500 Antwerpen. In Berlin wurde die Fi 103 zur sog. V4 (Fieseler Fi 103 Reichenberg) weiterentwickelt, die aber von Henschel in Berlin gebaut wurde, eine bemannte fliegende Bombe der Operation „Selbstopfer“, die aber nicht zum Einsatz kam.

Heinrich Peter erzählt im herunterladbaren Interview über seine Beteiligung an der Entwicklung der Fi 103, die Probleme bei den Testflügen, die Technologie und wie die Amerikaner sehr früh in der Lage waren, dieses Fluggerät nachzubauen und daraus die Cruise Missiles entwickelten.

Interview mit Heinrich Peter: Karl Wills und Falk Urlen für Freies Radio Kassel

Heinrich Peter beim Erzählen
Heinrich Peter beim Erzählen  Foto: @Stadtteilzentrum Agathof e.V.

Beitrag von Falk Urlen

Editor: Hüseyin H. Bulut, 2011

Kurzbeschreibung

Heinrich Peter, ein ehemaliger Mitarbeiter der Gerhard-Fieseler-Werke, erzählt über die Entwicklung der sog. V1, von den Schwierigkeiten bei den Probeflügen und warum die Amerikaner dieses pilotenlose Flugzeug sehr schnell kannten.

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