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Die Wohnsiedlung Kunigundishof

Zeit: 1928 | Ort: Kunigundishof 
Archiv: Geschichtskreis "Bettenhausen früher und heute"

Die Wohnsiedlung Kunigundishof ist seit Ende der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts ein fester Bestandteil des Stadtteils Bettenhausen. Noch heute halten viele Mieter ihrem liebevoll "Kuni" genannten Wohnquartier die Treue.

Am Rande der Hauptverkehrsader - Leipziger Straße -, rund um eine Kirche St. Kunigundis , zieht sich eine sehr einheitlich gebaute Siedlung hin, die nach der Kirche benannt ist. Die katholische Kirche St. Kunigundis - benannt nach der Heiligen Kunigunde, die 1017 das Kloster Kaufungen gründete - stand bereits seit zwei Jahren, als die ersten Mieter in die Siedlung „Kunigundishof" einzogen. Die Hessische Heimstätte begann 1928 in Zeiten großer Wohnungsnot mit dem Bau der ersten 136 Wohnungen an der Leipziger Straße, dem Kunigundishof und der Großalmeröder Straße. Da die Hessische Heimstätte selbst keine Wohnungen besitzen durfte und keine Investoren für die Siedlung in Sicht waren, wurde die Tochtergesellschaft „Hessenheim-Wohnungsbau GmbH“ gegründet, die spätere Kurhessen Wohnungsbaugesellschaft. 1932 wurden in einem zweiten Bauabschnitt weitere 59 Wohnungen entlang der Melsunger Straße errichtet. Damit war das ungewöhnliche Bild einer dreigeschossigen Bebauung, die die Kirche und den Hof von St. Kunigundis gleichsam einfasst, geschaffen. Mit der Kirche auf Tuchfühlung wohnten die Mieter im Kunigundishof. Die Siedlung war durch die Leipziger Straße mit ihren vielen kleinen Einzelhandelsgeschäften immer gut angebunden und die Versorgung der Bewohner mit dem täglichen Bedarf sichergestellt. Durch die Haltestelle der Straßenbahn an der Post unmittelbar vor der Tür des Kunigundishof konnte die Innenstadt von Kassel in kürzester Zeit erreicht werden.

Kunigundishof, Kindergruppe vor den Häusern, 1933

Kinder der Wohnsiedlung Kunigundishof vor ihren Häuser 1933
(Privatfoto: Fr. Hofmeister, SWA Lindenberg)

Die traditionsreiche Gaststätte Nadler gleich nebenan in der Leipziger Straße 151 war für alte Bettenhäuser ein Begriff für Geselligkeit, für die der große Saal den richtigen Rahmen bot. Das Bürgertum kam zu seinen unterschiedlichen Feiern (Stiftungsfeste, Weihnachtsfeiern, Lumpenbälle usw.) hier zusammen. Auch für die neuen Bewohner des Wohnquartiers "Kuni", wie es liebevoll genannt wurde, war die Gaststätte die erste Adresse für Familenfeiern. Den Mittelpunkt des kulturellen Lebens bildete das St. Heinrichshaus an der Leipziger Straße 137. Es war und ist die Begegnungsstätte der katholischen Gemeinde.

Kunigundishof Kriegsschäden, 1944

Durch Bomben zerstörte Häuser des Kunigundishof 1944
(Foto: Archiv Geschichtswerkstatt Bettenhausen früher und heute)

Im Zweiten Weltkrieg blieb auch der Kunigundishof wie viele Bereiche von Bettenhausen nicht von Bombentreffern verschont. Alle Häuser wurden wieder aufgebaut und die Wohnungen dieser Siedlung sind inzwischen mit zeitgerechten Bädern und Gasetagenheizungen sowie mit modernen Elektro- und Sanitärinstallationen ausgerüstet. Viele Mieter hielten und halten ihrem „Kuni" die Treue.

Editor: Erhard Schaeffer, 2010

Quellen:

  • Geschichtswerkstatt "Bettenhausen früher und heute"
  • Chronik Dachdecker Schneider 1995,

 

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