1956 (7)

Oberbürgermeister Lauritz Lauritzen (1954-1963) Foto: Eberth

450 Kriegsgefangene treffen Mitte Januar in Herleshausen ein.

68 Russland-Heimkehrer kamen seit 1955 nach Kassel Stadt und Land, melden die HN im Oktober 1956. Die Heimkehrer sind wegen ihrer jahrelangen Trennung von der Familie besonderen Problemen ausgesetzt. Vom deutschen Wirtschaftswunder halten die Heimkehrer nichts. Die Angst um die Existenz, die Sorge um immer mehr Geld stehen im Vordergrund.

Männer aus russischer Kriegsgefangenschaft werden in Bussen nach Kassel gefahren. In Bettenhausen bleiben viele Menschen am Straßenrand stehen und winken den Spätheimkehrern fröhlich zu.

Oberbürgermeister Dr. Lauritz Lauritzen erinnerte an den friedlichen Kassel-Auftakt mit der Bundesgartenschau 1955 und forderte, die Stadt solle nicht wieder Garnisonstadt werden, "den Jahrhunderte alten Traum von der Residenzstadt austräumen". Doch es kommt alles ganz anders.

Am Sonntag, 01. Juli, werden mit einem Großen Zapfenstreich Kassel Bundeswehr-Standort. Aus Bundesgrenzschutzbeamten, die in die neue Einheit überwechselten, werden Soldaten. Nur 30 Prozent der Männer entscheiden sich für den Verbleib beim BGS.

Kassel ist neben Fulda der erste Bundeswehr-Standort in Hessen. In Kasseler Kasernen liegen Soldaten schon seit Jahren, es sind Belgische Truppen, die am 18.November 1952 einzogen.

 

Quelle:kassellexikon.hna.de

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