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Bruno Jacob - Kasseler Journalist und Publizist

Foto: KNN v. 09.08.1927

Die 1927 anlässlich des 800jährigen Bestehens des Dorfes Bettenhausen herausgegebene Chronik stammt aus der Feder des Journalisten Bruno Jacob. Als „Einmann-Geschichtswerkstatt“ hat er zwischen 1906 und 1954 mehr als 390 Artikel geschrieben und veröffentlicht. Seine journalistischen Fähigkeiten und sein immenser Fleiß, mit denen er sich heimatgeschichtlichen Themen widmete, haben in der Region nur wenig Anerkennung gefunden. Der folgende Blick auf das Leben und Wirken Bruno Jacobs geschieht auch zur Würdigung seiner Verdienste, die er sich hinsichtlich der Geschichtsschreibung des Dorfes Bettenhausen erworben hat.

Bruno Jacob wurde am 4. Oktober 1881 in Kassel, in der Humboldtstraße, in einem Eckhaus gegenüber dem Wilhelmsgymnasium geboren. Sein Vater war der Kaufmann Julius Jacob. Die Mutter, Agathe Trömmer, war die Tochter des Zeitungsverlegers, Richard Trömmer. Jacob besuchte das Realgymnasium in der Schomburgstraße und absolvierte danach eine kaufmännische Ausbildung. Als Journalist arbeitet er für die „Deutsche Volkszeitung“ in Hannover, bevor er 1907 die Buchdruckerei seines Großvaters, Richard Trömmer, in Kassel übernahm.
In den folgenden Jahren studierte er Volkswirtschaft an der Universität in Jena. Von 1915 bis 1918 war er Kriegsteilnehmer des 1. Weltkrieges. In Hameln leitete er als Chefredakteur von 1919 bis 1923 die Tageszeitung „Der Niedersachse“. In dieser Zeit führten ihn mehrer Reisen nach Südosteuropa.
Ab März 1923 bis zu seinem Tod lebte Jacob in Kassel und wirkte als freier Journalist, Chronist und Mundartpoet. In den folgenden drei Jahrzehnten machte er sein schon früh entdecktes Interesse an geschichtlichen Themen zum Mittelpunkt seiner Arbeit. In allen Kasseler Zeitungen wurden seine Beiträge veröffentlicht. Ab 1924 schrieb er im „Kasseler Volksblatt“ seine politisch-polemische Mundartkolumne „Minn Freind – de Schnudde“. Aus vielen Folgen ist seine liberale, republikanische Grundhaltung ablesbar. Eine besondere Abneigung hegte er gegen alles „Preußische“, das nach 1866 in Hessen Einzug gehalten hatte.

Neben seiner journalistischen Arbeit hielt er zahlreiche Vorträge, u.a. im Verein für hess. Geschichte und Landeskunde. Vorübergehend war er auch Geschäftsführer des Kasseler Museumsvereins. Ein Augenleiden, Folge der Kriegsteilnahme, führte allmählich zur Erblindung. Nur mit Hilfe seiner Lebensgefährtin, Fr. Hedwig, geb. Schmidt, konnte er seine schriftstellerische Tätigkeit fortsetzen.
Bruno Jacob starb am 28. April 1954 an den Folgen eines Schlaganfalls und wurde auf dem Kasseler Hauptfriedhof zur letzten Ruhe gebettet.

Sein Nachlass, auch unveröffentlichte Manuskripte, wird im Kasseler Stadtarchiv aufbewahrt.

Eine Liste seiner Publikationen, 1969 zusammengestellt von E. Brauns in der Zeitschrift des Vereins für Hess. Geschichte und Landeskunde, kann unten als pdf-Datei eingesehen und gespeichert werden.

Editor: Bernd Schaeffer, 01/2010

Quellen:

Ein Blick zurück, 610, HA v. 28.11.1974

Der Kasseler Publizist Bruno Jacob, E. Brauns, ZVHessG80, 1969, S. 271-286

 

Dokumente zum Herunterladen:

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Publikationsliste des Bruno Jacob
[pdf-Datei; Größe 4.12 MB]
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