Frau Reckmann erzählt vom Bau des Hauses Faustmühlenweg 17 und vom Ausbau eines von ihrem Vater gefundenen Tonflözes zu einem Luftschutzbunker
Frau Reckmann aus dem Faustmühlenweg 17 meldete sich im Jahr 2001 bei mir als Zeitzeugin. Sie ist genau so alt wie das Haus in dem sie wohnt (Faustmühlenweg 17) und in dem sie auch geboren wurde. Es war eines der ersten Häuser an dieser Stelle und es musste 1927 so groß gebaut werden, damit man es auch von Wilhelmshöhe aus sah. Ihr Vater, ein Kriegsinvalide des ersten Weltkriegs, durfte hier bauen und machte vieles selbst, so auch die Ausschachtarbeiten. Dabei fand er ein Flöz mit rotem Ton. Als dann die Fliegerangriffe einsetzten, erinnerte er sich wieder daran; daraufhin wurde der Ton entfernt, darüber befanden sich einige Meter gewachsener Fels. Innen wurde alles bergmännisch abgestützt und bei Luftwarnung suchte die Bevölkerung des Lindenbergs hier Schutz. Bis zu 1000 Menschen sollen sich hier aufgehalten haben. Da aber keine Bewetterung vorgesehen war, konnte die Luft sehr dünn werden, einmal erstickte sogar ein Kind. Es gab genehmigte Pläne für einen großen Zugang vom alten Schießstand aus, die aber wurden nicht mehr verwirklicht. So betraten die meisten Menschen den Bunker über das Reckmannsche Grundstück. Die Bunker wurden 1945 von den Amerikanern in mühevoller Arbeit 6 Wochen lang gesprengt, worunter das Haus erheblich litt.
Daneben gab es einen Schießstand, auf dem die Hitlerjugend mit Kleinkalibergewehren schoss. Heute ist aus dem Steinbruch und Schießstand ein schöner Spielplatz geworden. 2009 wurden die letzten Überreste des Schießstandes abgebrochen, man sieht heute nur noch den Aufgang.
Der Spielplatz auf dem ehemaligen Schießstandgelände (Foto Erhard Schaeffer 2010)
Frau Reckmann gab mir einige sehr schwache Blaupausen, die ich aber dennoch zeige, damit die Lage und die Form des Bunkers bzw. des Tonflözes nicht in Vergessenheit geraten.
Das Interview, welches ich mit Frau Reckmann für meine Sendung im Freien Radio Forstfeld führte, können Sie herunterladen und anhören.
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Kurzbeschreibung |
Beim Forstfelder Ortsvorsteher Falk Urlen meldete sich 2001 eine der ersten Bewohnerinnen der Häuser auf dem Lindenberg und erzählte für "Radio Forstfeld" die Geschichte des Hauses Faustmühlenweg 17, sie sprach über die Besiedelung und den Ausbau eines Tonflözes zu einem Bunker, in dem 1000 Menschen Unterschlupf fanden. |
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