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Die legendäre "Krachlederne"

Foto: Knut-Reiner Grimm

Kinderbild von Knut-Reiner Grimm 1950 vor dem Geschäft seines Vaters in der Leipziger Straße 153

In den 50-ziger Jahren des vergangenen Jahrhundert war die Lederhose der Traum aller Jungen. Mit speckiger und glattpolierter Hinterfront wurde diese Krachlederne , wie sie genannt wurde, auch von Knut-Reiner Grimm, Jahrgang 1939, getragen. Er erinnert sich: „Getragen wurde sie vom ersten warmen Sonnenstrahl Mitte März bis zum ersten Nachtfrost Mitte Oktober." Das Seilerwaren-Geschäft seines Vaters, in der Leipziger Straße 153, war eines der ersten, das die Hosen verkaufte.

„Meine erste Lederhose trug ich mit Stolz, ich war elf Jahre alt und ohne es zu wissen, der Vorreiter einer neuen Mode." Verkaufsargumente seien gewesen: „Mutter hat jetzt mehr Freizeit, sie braucht die Hosen nicht dauernd zu waschen, zu stopfen und zu flicken". Selbst den Knopf musste der Schuster annähen. Oder: "Vater braucht dem Sprössling nicht ständig neue Hosen zu kaufen." Kurzum die Hose wurde ein Renner, das Geschäft mit der Krachledernen lief auf Hochtouren.

In der damaligen Zeit war auch das Haushaltsgeld knapp und solch eine Hose wurde an kleinere Geschwister, Verwandte oder Bekannte weitervererbt. Wenn sie zu groß ausfiel wurde sie mit Trachtenhosenträgern getragen damit sie nicht übers Gesäß rutschte. Es war geradezu verpönt, eine neue Lederhose zu tragen. Sie mußte dreckig und speckig sein. Deshalb wurde das gute Stück mit Butter oder Margarine eingerieben. Die Krachlederne stellte man abends beim Ausziehen vors Bett, morgens sprang man wieder hinein. Erst dann, erinnert sich Grimm, war sie zünftig.

Grimms Fazit: „Wir Kinder genossen es, bei dem wenigen Autoverkehr auch mal auf der Straße Fußball zu spielen und uns in den Dreck zu werfen. Unsere Lederhosen hielten dies aus."

Erinnerungen von Knut-Reiner Grimm, Kassel, Leipziger Strasse 161

Foto: Knut-Reiner Grimm

Editor Erhard Schaeffer

 

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