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Gemeinderat von Bettenhausen in 1906

Archiv: Geschichtswerkstatt "Bettenhausen früher und heute"

Am 29. März 1906 trafen sich die Gemeindevertreter von Bettenhausen zum letzten Mal. Welche Gemeindevertreter gehörten damals der Gemeindeverwaltung an und wie kam es zu dieser historischen Sitzung?

Am 01.04.1906 trat das "Gesetz betreffend Erweiterung des Stadtkreises Cassel" in Kraft. Bettenhausen hatte damit seine Selbständigkeit verloren, Die Initiative zur Eingemeindung war von der Gemeindevertretung selbst ausgegangen. Bettenhausen und Kassel waren baulich eng zusammengewachsen. Die Grenzen führten oft mitten durch die Fabrikanlagen. Doch diese Tatsache allein konnte nicht ausschlaggebend für eine Eingemeindung gewesen sein, vielmehr mußte die Frage nach einer geordneten Kanalisation beantwortet werden. In der Broschüre "Geschichte der Kasseler Eingemeindungen 1899-1936" zitiert Stadtarchivar Frank-Roland Klaube zur damaligen Situation der Abwasserproblematik in Bettenhausen: "Der Anschluß an Cassel kann selbstverständlich nur unter der Voraussetzung zugelassen werden, daß beide Gemeinden miteinander vereinigt werden. Nur unter dieser Voraussetzung ist es möglich, in rechtlicher und technischer Hinsicht geordnete Verhältnisse zu schaffen und in finanzieller Beziehung einen Ausgleich für die erheblichen Aufwendungen herbeizuführen, die zur Durchführung einer einwandfreien Kanalisation erforderlich sind."

Gemeindeverwaltung (1906)

  • Bürgermeister: August Müller, Landwirt
  • Vizebürgermeister: Georg Schwiening, Fabrikant

Gemeinderäte:

  • August Gerhard, Fabrikant
  • Konrad Keidler, Landwirt
  • Heinrich Salzmann, Kommerzienrat, Fabrikant
  • Lienhard Schade, Prokurist
  • Heinrich Sinning, Landwirt
  • Mathias Umbach, Schneidermeister

Gemeindevertreter:

  • Johannes Brückmann, Mühlenbesitzer
  • Karl Diemar, Fabrikant
  • Fritz Engelhardt, Fabrikant
  • Eduard Frankenberg, Holzhändler
  • Engelhard Imgrund, Schreinermeister
  • Dr. Reinhard Koch, prakt. Arzt
  • Georg Kranz, Landwirt
  • Konrad Lamprecht, Landwirt
  • Peter Leist, Prokurist
  • Karl Lieberg, Fabrikant
  • Wilhelm Müller, Mühlenbesitzer
  • Karl Mühlhausen, Prokurist
  • Karl Muth, Fabrikarbeiter
  • H. Ritter, Fabrikarbeiter
  • Heinrich Thiel, Waschmeister
  • Martin Zimmermann, Schneidermeister

Gemeindeangestellte:

  • Johann Heinrich Schott, Gemeindesekretär
  • Otto Wegener, Gemeindeassistent
  • Gustav Dickhoff, Gemeindegelderheber
  • Rogge, Polizeisergeant
  • Fehse, Polizeisergeant
  • Karl Moch, Nachtwächter
  • Karl Schmidt, Nachtwächter

Bevor das Preußische Drei Klassenwahlrecht 1918 abgeschafft wurde, hatten die Fabrikbesitzer, Landwirte, Handwerksmeister und Mühlenbesitzer das Sagen in der Gemeinde. Vermutlich waren in Bettenhausen die Fabrikarbeiter Karl Muth und H. Ritter die einzigen Vertreter der Sozialdemokratie im Gemeindeparlament

Editor: Erhard Schaeffer

Quelle: Claus Feldner, Peter Wieden, Bettenhausen, Wartberg Verlag, Gudensberg-Gleichen

Foto: Historische Photographien, Wartberg Verlag

 

 

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