Textbeitrag von dem Geschichtskreis "Bettenhausen früher und heute"
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Einweihung der neuen Marienkirche

Foto: H. Knoke, Kassel

Evangelische Marienkirche

Der Name Bettenhausen entstammt evtl. der Ableitung von den drei Bethen: Wilbeth, Barbeth und Anbeth, die alle drei germanische Göttinnen waren. Über der früheren Kultstätte wurde einst die Kirche von Bettenhausen errichtet. Heute noch zu sehen in der Kirche, sind drei Köpfe als Türkeilsteine gehauen. In einer Urkunde vom 29. August des Jahres 1318 wird ein der hl. Maria geweihtes Gotteshaus in Bettenhausen erstmals genannt. Man geht davon aus, dass diese in direkter Beziehung dazu stehen. Möglicherweise ist Bettenhausen auch von dem früher gebräuchlichen Namen Betting abgeleitet. Es war ein Gebäude im gotischem Stil. Ihr Patronat lag in den Händen der Kasseler Familie "Vor dem Tore" und ging später auf das Geschlecht derer von Elben über. Diese vererbten vor ihrem Aussterben im Jahre 1535 die Liegenschaften von Bettenhausen der Familie von Buttlar. Eine Wehrmauer umgab den gesamten Kirchhof.In Kriegszeiten war die Kirche zugleich Zuflucht der Menschen vor dem Feind, sie war die Burg der Bauern.

Nachdem Bettenhausen sich 1505 aus dem Filialverhältnis zu Waldau gelöst hatte, und zum Dekanat Kirchditmold gehörte, wurde aber  noch im Verlauf des 16. Jahrhunderts (1585)  der alte Zustand wieder hergestellt und Waldau war wieder der Sitz der Pfarrei für Bettenhausen. Der "Pfaffenstieg" erinnert noch an die Zeit als der Pfarrer von Waldau seinen Weg durch den Forst zu seiner Bettenhäuser Filial-Kirche nahm. Ende des 18. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung von ehemals 200 Menschen im Jahre 1639 durch die Industrialisierung auf 800 Seelen an. Ein Kirchenneubau war notwendig. Das Jahr 1792 brachte dem Dorf den Neubau einer Saalkirche mit Empore auf den Fundamenten des 1318 errichteten Gotteshauses, in dessen Turmunterseite Reststeine des alten Gotteshausesverbaut sind. Der Erbauer war der Steinbaumeister Philipp Noll aus Rothenburg a.d. Fulda. Die Kosten trug die Gemeinde Bettenhausen, welche auch Hand- und Spanndienste leistete. Seit 1900 ist Bettenhausen eine selbstständige Kirchengemeinde.

Bettenhausen, Dorfplatz, Zerstörte Häuser 1945

Am 15. Dezember 1944 wurde die Kirche durch Bomben bis auf den Turm zerstört. Am 22. Dezember 1946 ist auf den Fundamenten eine von Schweizer Glaubensbrüdern gestiftete hölzerne Notkirche eingeweiht worden.

Notkirche_Bettenhausen_1954

Die Notkirche unten rechts vor der wiederaufgebauten Marienkirche in 1954 (Foto: Archiv Bettenhausen früher und heute)

Im Herbst 1953 musste die Notkirche für den Wiederaufbau ihren Platz im Schiff der alten Kirche räumen. Sie kam auf das Rewaldsche Grundstück an der Ecke Dorfplatz/Ringhofstraße, wo sie bis zur Einweihung des neuen Gotteshauses noch ihren Dienst weiter versah, um danach in der Gartenstadt Eichwald am Umbachsweg der Eichwaldgemeinde für ihre Gottesdienste zur Verfügung zu stehen.

Am 3. Oktober 1954 wurde die neue Marienkirche von Dekan Schwab eingeweiht. Bischof Wüstemann hielt die Festpredigt, und Pfarrer Römheld gab den Baubericht.

Zusammengestellt von Helmut Schagrün 2006

Editor: Erhard Schaeffer

 

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Brautpaar vor Notkirche 1954
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