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Lossemühle Agathof - Die Seifenfabrik Diemar & Heller

Zeit: 1883 | Ort: Lossemühle Agathof 
Diemar&Heller Firmenansicht

1883 zog das Kasseler Traditionsunternehmen Diemar & Heller in den Agathof ein. Die Seifenfabrik blieb dort bis 1964 und musste nach 155jährigem Bestehen aufgeben.

Nachdem auf dem Gelände des Agathofes erst eine Mahlmühle (1765 – 1768) und eine Branntweinbrennerei (1768 – 1774), war es danach unter verschiedenen Besitzern eine Kattun-, Leinen- und Zitzfabrik (am Ende nur noch Kattunfabrik), die 1883 Konkurs anmeldete. Ein anderes Kasseler Traditionsunternehmen, die Seifenfabrik Diemar & Heller, zog dann mit seiner Produktion aus der Kasseler Innenstadt in den Agathof. Die Seifenfabrik wurde schon am 1. Mai 1809 von dem aus Göttingen stammenden Heinrich Friedrich Schepeler in Kassel Am Pferdemarkt 26 ins Leben gerufen.1835 übernahm Schepelers Schwiegersohn, Johann Heinrich Diemar, die Firma und verlegte das Unternehmen in seine Häuser am Martinsplatz und in die Mittelgasse 60. 1859 wurde der Firmennamen in Diemar & Heller geändert, weil J. H. Diemars Sohn, Friedrich Heinrich Diemar, mit seinem Schwager Wilhelm Heller die Geschäfte gemeinsam führte.

Die Firma entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem Großbetrieb, und im Jahre 1883 musste, wie oben erwähnt, aus Platzgründen die Produktion in den Agathof in Bettenhausen an der Hannoverschen Straße (heute Sandershäuser Straße) verlegt werden. Der Verkauf erfolgte bis zur Ausbombung im 2. Weltkrieg weiter in der Mittelgasse in Kassel. Auch die Fabrikationsräume an der Hannoverschen Straße und mit ihnen der größte Teil des prächtigen Agathofes gingen im Bombenhagel des 2. Weltkrieges unter.

Diemer & Heller Festzug 1927
Die Wagen der Firma Diemar & Heller im Festzug zur 800 Jahrfeier 1927
Quelle: Geschichtskreis Bettenhausen

Das trotz allem gerettete Unternehmen existierte noch bis 1964, dann musste Werner Diemar, Fabrikbesitzer in der 5. Generation, die Firma Diemar & Heller, Seifen-, Soda- und Glyzerinfabrik, nach 155jährigem Bestehen aufgeben.

Heute (2006) nutzen verschiedene Gewerbebetriebe das große Areal des einstigen Agathofes. Von den Gebäuden ist kaum etwas übrig geblieben, der Lossekanal ist verfüllt und die Wasserrechte daran wurden aufgegeben. Die Agathofstraße, welche von der Sandershäuser Straße bis in den alten Ortskern von Bettenhausen zur Ringhofstraße führt, soll an den Agathof erinnern. In einem ehemaligen Schulgebäude an der Agathofstraße Nr. 48 befindet sich heute das Stadtteilzentrum Agathof, www.agathof.de das mit seinen vielfältigen Angeboten dazu beitragen möchte, dass die Bettenhäuser Geschichte lebendig bleibt.

Autor: Bernd Schaeffer, März 2006

Quellenverzeichnis:

  • Diemar, Julius, Fabrikant in Bettenhausen, „Hessenland“, Bd. 13, 1909, S. 183-238
  • Feldner, Claus, u. Wieden, Peter, „Bettenhausen“, Wartbergverlag, 1989
  • Hermsdorff, Wolfgang, „Blick zurück(1045)“, HNA vom 26.05.1986
  • Jacob, Bruno (1881-1954), Kasseler Heimatforscher, „Geschichte des Dorfes Bettenhausen, 1126-1926“, Hrsg. Bürgerverein Kassel Bettenhausen, 1927
  • Arbeitskreis Bettenhausen früher und heute. „Mühlen in Bettenhausen“ Stadtteilzentrum Agathof e. V., 2006

 

 

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